Ich will mein Geld zurück

Die Sorge, dass womöglich ein paar tausend Dollar futsch sind, trübt den wunderbaren USA-Urlaub nicht so sehr wie der Dauernebel die kalifornische Sonne über San Francisco. Ärgerlich ist die „Full-Tilt-Katastrophe“ allemal, in vielerlei Hinsicht, aber andere Leute wollen viel mehr Geld zurück als meinereiner. Während in den USA eine Sammelklage über 150 Millionen Dollar gegen das Pokerunternehmen läuft, sehen die Europäer einen Schimmer am Horizont. Es sollen Investoren bereitstehen, die Full Tilt übernehmen, die Spieler auszahlen und dann einen geordneten Betrieb wiederherstellen wollen. Wofür es allerdings mittlerweile zu spät sein mag. Seitdem Full Tilt tot ist, hat Pokerstars über 50 Prozent des weltweiten Daddel-Traffics auf seine Seite gezogen. Für den ehemaligen Branchenzweiten dürfte es im Fall einer Rettung schwierig werden, wieder Fuß zu fassen und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die wohl umfassendste und fundierteste Darstellung der Ereignisse liefert Arved Klöhn in seinem Full-Tilt-Nachrichtenticker auf Pokerolymp.

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Mehr als nur Pommes

Wer die schnelle Bulette sucht, der wählt in Germany zwischen den beiden Fastfood-Riesen Burger King und McDonald’s. Wer in den USA eine Filiale dieser beiden betritt (und nicht auf Toilette muss), der ist angesichts der Vielzahl (besserer) Alternativen selbst schuld.

Wendy’s schlägt sie alle. Die viereckigen Burger vom Brater mit dem Pippi-Langstrumpf-Logo sind so lecker, dass man sich genüsslich grunzend zwischen die Brötchenhälften betten möchte, und diese Pommes einfach nur Pommes zu nennen, würde ihnen nicht gerecht. Die wunderbaren Kartoffelstäbchen heißen „Natural-Cut Fries with Sea Salt“ – weil’s  besser schmeckt.

Vier Nobelpreisträger gebissen

Strategiespiel-Nerds ist der Name Ken Thompson ein Begriff, weil der Wissenschaftler 1979 seinen „Belle“ erfunden und gebaut hat, den ersten Schach spielenden Computer, der auch für Vereinsspieler ein ernstzunehmender Gegner war. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Thompson bekannt als Vater des Betriebssystems Unix und der Programmiersprache C. Dafür hat er jetzt den Japan-Preis gewonnen, den er bei seinem Arbeitgeber im kalifornischen Google-Hauptquartier entgegennahm. Bei dieser Gelegenheit hat der 68-Jährige erzählt, wie er seinerzeit in seinem Büro in den Bell Laboratories einen Alligator gehalten und wen das Reptil alles gebissen hat (ab 29:40).

Vier Präsidenten nicht gesehen

Hineingeschlichen hat er sich, durch die Katakomben vielleicht oder sonstwie unsichtbar für den Normalsterblichen. „Obama? Hab‘ ich nicht gesehen“, sagt Joe aus dem  810 Deli, während vor seiner Tür eine Hundertschaft Polizisten die 7th Avenue abriegelt. Der mächtigste Mann der Welt hat gegenüber im Sheraton eingecheckt, aber die ebenso plötzliche wie unerwartete Nähe zu seinem Präsidenten lässt den Delikatessenverkäufer vom Times Square kalt. Für ihn ist der Uniformiertenaufmarsch vor der Tür Präsidentenroutine. „Man sieht sie nie“, sagt Joe. „Ich hab‘ hier schon vier Präsidenten nicht gesehen.“

Am Tag zuvor hatte Barack Obama per viertelstündiger Ansprache an die Nation verkündet, wie es nun weitergehen soll in Afghanistan, wo die USA jeden Tag rund zwei Milliarden Dollar verballern. Nun war er nach New York gekommen, um vor einer Schar ausgewählter Soldaten (und Fernsehkameras) die vermeintlich frohe Botschaft vom beschleunigten Abzug noch einmal zu erklären. Abends besuchte der Präsident das Musical „Sister Act“ auf dem Broadway. Damit er sich zwischen Kasernen- und Theaterbesuch die Nase pudern kann, hatte das Weiße Haus für diesen Nachmittag das eine oder andere Doppelzimmer im Sheraton gebucht. Die Qualität der Betten haben der Präsident und sein Gefolge im Hotel nicht geprüft. Als die letzten Töne des Musicals verklungen waren, machte sich die Regierungstruppe auf den Rückweg nach Washington. Und die 7th Avenue war wieder frei.